Die Fußballgötter meinen es mit der SG Dynamo Dresden in dieser Saison nicht gut. Was in der Theorie eine schlagkräftige Aufstellung sein könnte, existierte bisher nur auf dem Papier. Die Realität sieht anders aus: Eine nahezu endlose Serie von Verletzungen verhinderte, dass Trainer Anfang seine Wunschelf auf den Rasen schicken konnte.
«Die Häufung der Ausfälle ist außergewöhnlich», bestätigt Sportdirektor Ralf Becker, der mittlerweile fast wöchentlich neue Hiobsbotschaften verkünden muss. Allein in der Defensive fielen mit Kutschke, Bünning und Kammerknecht wichtige Stützen wochenlang aus. Hinzu kommen die Dauerpatienten Lemmer und Batista Meier, die das Offensivspiel beleben sollten.
Besonders bitter: Fast 40 Prozent aller Spieler mussten in dieser Saison bereits verletzungsbedingt pausieren. Das ist kein Zufall mehr, sondern ein echtes Problem für den ambitionierten Drittligisten. In den entscheidenden Phasen fehlte oft die Stabilität, die eine eingespielte Stammformation bieten kann. Stattdessen musste Anfang improvisieren und seine Aufstellung ständig umbauen.
Interessant dabei: Die Schwarz-Gelben holten trotz dieser Widrigkeiten beachtliche 60 Punkte. Ein Indiz für die Qualität des Kaders, auch wenn er nie in Bestbesetzung antreten konnte. Wie stark könnte dieses Team sein, wenn es mal ohne Verletzungspech durch eine Saison käme?
Für die kommende Spielzeit steht jedenfalls fest: Die medizinische Abteilung wird ebenso kritisch durchleuchtet werden wie der Kader selbst. Denn was nützt die beste Taktik, wenn am Ende die Körper nicht mitspielen?