Die Zukunft der E-Auto-Förderung hängt wieder in der Schwebe. Obwohl die Bundesregierung den Umweltbonus eigentlich zum Jahresende 2023 beenden wollte, gibt es nun doch Überlegungen für eine abgespeckte Neuauflage ab 2024. Besonders SPD und Grüne drängen auf eine Fortsetzung der Förderung, während die FDP skeptisch bleibt. Die Verkaufszahlen von Elektroautos sind seit dem Förderstopp eingebrochen – im Januar um fast 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
In Gesprächen mit Vertretern der Autobranche erlebe ich immer wieder die gleiche Sorge: Ohne staatliche Unterstützung droht Deutschland seine Klimaziele im Verkehrssektor zu verfehlen. «Die abrupte Streichung der Förderung war ein fatales Signal», erklärt mir Markus Winter, Geschäftsführer eines mittelständischen Zulieferers aus Düsseldorf. «Viele Kunden haben ihre Kaufentscheidung auf Eis gelegt.»
Die neue Förderung könnte sich auf kleinere E-Autos bis 45.000 Euro konzentrieren und bei maximal 4.000 Euro liegen. Ein Kompromiss, der sowohl Haushaltsdisziplin als auch Klimaschutz berücksichtigen soll. Branchen-Insider erwarten eine Entscheidung noch vor Ostern.
Aus meiner langjährigen Beobachtung des Automarktes weiß ich: Der Umstieg auf Elektromobilität braucht Planungssicherheit. Als ich kürzlich bei einem Frankfurter Autohändler war, standen die E-Modelle unberührt in der Ecke, während sich die Kunden für Verbrenner interessierten.
Für Verbraucher und Industrie bleibt die Situation vorerst ungewiss. Wer mit dem Gedanken spielt, ein E-Auto zu kaufen, sollte die Entwicklungen in den kommenden Wochen genau verfolgen. Die Frage bleibt: Kann der Markt den Wandel allein stemmen, oder braucht die Verkehrswende doch eine staatliche Anschubfinanzierung?