Während andere am Sonntagabend die Füße hochlegen, schreiben die Eagles Essen-West Basketball-Geschichte. Mit einem 89:82-Sieg bei den Neuss Elephants haben sich die Essener das lang ersehnte Heimrecht für die Playoffs gesichert – ein Meilenstein für den aufstrebenden Club aus dem Ruhrgebiet.
Die Dramatik in der Neusser Elmar-Frings-Sporthalle war kaum zu überbieten. Nach einem schwachen ersten Viertel, das die Essener mit einem 10-Punkte-Rückstand abschlossen, zeigte das Team von Coach Lars Mitschke beeindruckende Moral. «Wir haben uns in der Kabine angeschaut und wussten: jetzt oder nie», erzählte Point Guard Jonas Grof nach dem Spiel mit leuchtenden Augen.
Besonders in der zweiten Halbzeit zeigten die Eagles, warum sie zu den Top-Teams der Liga zählen. Die Zonenverteidigung der Elephants wurde mit schnellem Passspiel auseinandergenommen, während Topscorer Marcel Keßen mit 27 Punkten glänzte. «Marcel hat heute einfach sein Ding durchgezogen», lobte Mitschke seinen Center. «Aber ohne die Teamleistung wäre das nichts geworden.»
Was diesen Erfolg besonders macht: Die Eagles spielten ohne ihren verletzten Kapitän Tim Trouet, der von der Bank aus mitfieberte. Die Essener Fans, die den Weg nach Neuss gefunden hatten, sorgten für Heimspiel-Atmosphäre und feierten ihre Mannschaft nach der Schlusssirene ausgelassen.
Mit diesem Sieg sichern sich die Eagles nicht nur das Heimrecht für die erste Playoff-Runde, sondern senden auch ein Ausrufezeichen an die Konkurrenz. «Jetzt kann die heiße Phase kommen», schmunzelte Trainer Mitschke. «In unserer Halle, mit unseren Fans im Rücken – da ist alles möglich.» Die Basketball-Begeisterung in Essen wächst spürbar, und die Eagles surfen auf dieser Welle des Erfolgs mit sichtbarer Freude.