Während die Werkself von Sieg zu Sieg eilt, kämpft einer der wichtigsten Spieler im Hintergrund: Edmond Tapsoba. Der 25-jährige Innenverteidiger aus Burkina Faso kehrte vom Afrika-Cup mit einer Verletzung zurück, die ihn seitdem ausbremst. Für mich ein typischer Fall, wie Verletzungen im modernen Fußball oft unterschätzt werden – gerade wenn Teams im Erfolgsrausch schweben.
Die Diagnose: Faszienriss im linken Oberschenkel. Klingt harmlos, ist es aber nicht. «Bei dieser Art von Verletzung ist besondere Vorsicht geboten», erklärt mir Sportmediziner Dr. Klaus Wegner. «Die Heilungszeit kann täuschen, denn gerade Faszien neigen zu wiederholten Problemen, wenn man zu früh zurückkehrt.» Genau hier liegt Tapsobas Dilemma.
Der Verteidiger, der in 18 Bundesliga-Spielen diese Saison bereits drei Tore beisteuerte, fehlt Leverkusen nun schon seit Wochen. Dabei braucht Xabi Alonso jeden Mann für den Dreifach-Kampf um Meisterschaft, DFB-Pokal und Europa League. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Mit Tapsoba gewann Bayer 04 in dieser Saison 94,7 Prozent seiner Pflichtspiele. Ein unfassbarer Wert!
Gleichzeitig zeigt sein Ausfall, wie tief der Leverkusener Kader tatsächlich besetzt ist. Jonathan Tah und Piero Hincapié halten die Defensive zusammen, Josip Stanisic etablierte sich als flexible Alternative. Die Systemstabilität bleibt erhalten – ein Zeichen echter Meisterschaftsreife.
Wann kehrt Tapsoba zurück? Xabi Alonso hält sich bedeckt: «Wir wollen kein Risiko eingehen. Edmond ist zu wichtig für uns.» Mein Eindruck: Vor dem Champions-League-Rückspiel gegen Qarabag Agdam werden wir den Burkiner nicht auf dem Platz sehen. Die Frage ist nur, ob die Erfolgswelle der Werkself bis dahin weiterrollt – auch ohne ihren defensiven Anker.