Article – Die beliebtesten Berliner Museen öffnen ab Januar 2026 wieder kostenlos ihre Türen – jeden ersten Sonntag im Monat. Nach zwei Jahren Zwangspause kehrt der eintrittsfreie Museumssonntag zurück. Rund 75 Museen in der Hauptstadt machen mit, darunter Publikumsmagnete wie die Neue Nationalgalerie und das Deutsche Historische Museum.
Die Entscheidung fiel gestern im Berliner Kultursenat. Der Staat stellt 2,3 Millionen Euro jährlich für das Projekt bereit. Bei der letzten Durchführung 2023 nutzten über 70.000 Besucher monatlich das Angebot – mehr als doppelt so viele wie an normalen Sonntagen.
«Der freie Museumssonntag war eines der erfolgreichsten Kulturprojekte der letzten Jahre», sagt Kultursenatorin Maria Weber. «Wir haben gesehen, dass besonders Familien und junge Menschen die Museen für sich entdeckt haben, die sonst kaum den Weg dorthin finden würden.»
Als Journalistin habe ich bei früheren Museumssonntagen beobachtet, wie sich vor den großen Häusern lange Schlangen bildeten. Was mich besonders beeindruckt hat: die bunte Mischung der Wartenden – vom Touristen bis zur Rentnerin aus Neukölln, die erstmals ins Museum ging.
Die Museen bereiten sich bereits auf den Ansturm vor. Neu ist die digitale Anmeldung für beliebte Ausstellungen, um Überfüllung zu vermeiden. «Kultur darf keine Frage des Geldbeutels sein», betont Weber. Die Frage bleibt: Reicht ein kostenfreier Tag im Monat aus, um Kultur wirklich für alle zugänglich zu machen?