Die eisigen Temperaturen haben Berlin fest im Griff, und die BVG bereitet sich auf weitere Herausforderungen vor. Der letzte Eisregen im Januar legte fast das gesamte Straßenbahnnetz lahm – über 300 Fahrzeuge standen still, etwa 30.000 Fahrgäste pro Stunde waren betroffen. Eine beispiellose Situation, die viele Berliner tagelang in ihrem Alltag einschränkte.
Die Verkehrsbetriebe ziehen Konsequenzen aus dem Chaos. «Wir haben intensiv analysiert, was bei extremen Wetterbedingungen besser laufen muss», sagt BVG-Betriebsvorstand Rolf Erfurt. Künftig sollen mehr Fahrzeuge mit speziellen Eisbrechern ausgestattet werden, die Oberleitungen vom Eis befreien können. Eine Maßnahme, die in München und Wien bereits erfolgreich praktiziert wird.
Ich erinnere mich noch gut an den Januarmorgen, als ich am Alexanderplatz stand. Dutzende Menschen warteten frierend auf Bahnen, die nicht kamen. Eine ältere Dame flüsterte mir zu: «Früher gab’s sowas nicht – da fuhren die Bahnen bei jedem Wetter.» In der Tat müssen wir uns auf eine neue Normalität einstellen. Klimaforscher der FU Berlin bestätigen: Wetterextreme nehmen auch in unserer Region zu.
Die BVG investiert nun zusätzliche 2,5 Millionen Euro in wetterfeste Infrastruktur. Auch der Senat ist eingebunden – er prüft die Installation von Heizelementen an kritischen Weichen. Bei den Berlinern bleibt Skepsis. Wie Anwohnerin Sabine Müller aus Pankow treffend bemerkt: «Ankündigungen sind gut, aber ich glaube erst dran, wenn die Bahn auch bei Schneeregen fährt.»
Die Verkehrswende kann nur gelingen, wenn der ÖPNV zuverlässig ist – auch unter widrigen Bedingungen. Was Berlin jetzt braucht, ist nicht nur bessere Technik, sondern auch klügere Kommunikation bei Störungen. Denn gerade wenn’s draußen ungemütlich wird, müssen sich die Berliner auf ihre Verkehrsbetriebe verlassen können.