Die Winterwoche in Hessen beginnt mit ernsten Gefahren auf Straßen und Wegen. Der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Warnung vor Glatteis durch gefrierenden Regen herausgegeben. Besonders gefährdet sind die mittleren und südlichen Landesteile, wo bereits in den frühen Morgenstunden erste Unfälle gemeldet wurden. Nach Angaben der Polizei Frankfurt kam es allein im Stadtgebiet zu acht Verkehrsunfällen mit Blechschäden – glücklicherweise ohne Verletzte.
«Es ist eine tückische Wetterlage«, erklärt Meteorologin Sabine Weber. «Der Übergang von Schnee zu Regen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sorgt für besonders gefährliche Situationen auf Fahrbahnen und Gehwegen.» In einigen Regionen Nordhessens fielen über Nacht bis zu zehn Zentimeter Neuschnee, während es im Rhein-Main-Gebiet zunächst regnet und dieser auf dem kalten Boden sofort gefriert.
Die Winterdienste sind seit den frühen Morgenstunden im Dauereinsatz. Auf den Autobahnen A5 und A3 wurden die Geschwindigkeitsbegrenzungen teilweise auf 60 km/h herabgesetzt. «Wir arbeiten am Limit», sagt Thomas Müller von der Straßenmeisterei Bad Homburg. «Die Situation ist besonders herausfordernd, weil wir kaum hinterherkommen mit dem Streuen.»
Als ich heute Morgen durch Frankfurt fuhr, beobachtete ich zahlreiche Fußgänger, die sich vorsichtig an Hauswänden entlangtasteten. Besonders ältere Menschen scheinen heute zuhause zu bleiben – die sonst gut besuchten Bäckereien in meinem Viertel waren auffällig leer.
Schulausfälle wurden bislang nicht gemeldet, aber einige Schulen in der Rhön und im Taunus haben den Sportunterricht im Freien abgesagt. Der Wetterdienst rechnet mit einer Entspannung der Lage erst am Nachmittag. Bis dahin gilt: Wer nicht unbedingt raus muss, sollte zuhause bleiben. Und wer doch fahren muss: Langsam fahren und großzügige Abstände einhalten könnte heute Leben retten.