In weiten Teilen Nordrhein-Westfalens herrscht heute Stillstand. Glatte Straßen, ausgefallene Busse und geschlossene Schulen prägen das Bild. Der Deutsche Wetterdienst warnt seit den frühen Morgenstunden vor Eisregen und extremer Glätte. In mehreren Kreisen und Städten – von Köln bis ins Sauerland – bleiben Schulen geschlossen, der Präsenzunterricht fällt aus.
Die Polizei berichtet von einer stark erhöhten Unfallzahl. Allein im Rhein-Sieg-Kreis wurden bis zum Mittag 25 witterungsbedingte Verkehrsunfälle registriert. «Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer dringend, ihre Fahrweise anzupassen oder, wenn möglich, zu Hause zu bleiben», erklärt Polizeisprecher Michael Schmidt.
In Bonn und Umgebung stehen seit dem frühen Morgen viele Busse still. Die Verkehrsbetriebe haben den Betrieb auf zahlreichen Linien eingestellt. Ein Mitarbeiter der Stadtwerke berichtet: «Unsere Fahrzeuge haben auf den vereisten Straßen keine Chance, sicher unterwegs zu sein.«
Der Blick aus meinem Hotelfenster in Köln zeigt die Dimension des Problems: Menschen bewegen sich in Zeitlupe über die Gehwege, halten sich an Geländern fest. Eine ältere Dame wird von zwei Passanten gestützt, nachdem sie beinahe gestürzt wäre.
Die Wetterlage soll sich erst am Nachmittag entspannen. Bis dahin raten Behörden zu besonderer Vorsicht. Der Winterdienst ist im Dauereinsatz, kommt aber kaum hinterher. Für viele Berufstätige und Schulkinder bedeutet das: Ein unfreiwilliger freier Tag – der allerdings wenig Freude bereitet. Denn wer drinnen bleiben kann, hat heute definitiv gewonnen.