Der Deutsche Wetterdienst hat heute Morgen für München und Umgebung eine seltene Unwetterwarnung der höchsten Stufe herausgegeben. Eisregen droht die Stadt in eine gefährliche Rutschbahn zu verwandeln. «Bei diesen Bedingungen besteht akute Gefahr für Leib und Leben,» warnt Meteorologe Klaus Weber vom DWD. Bis zu zwei Zentimeter dickes Glatteis könnte sich auf Straßen und Gehwegen bilden.
Die Münchner Verkehrsbetriebe haben bereits reagiert. Zahlreiche Buslinien wurden eingestellt, die Tram fährt nur eingeschränkt. «Wir können die Sicherheit der Fahrgäste nicht mehr garantieren,» erklärt MVG-Sprecherin Sabine Müller. Auf den Autobahnen rund um die Landeshauptstadt staut es sich bereits kilometerweit. Die Polizei meldet seit den frühen Morgenstunden über 30 Unfälle.
In den Notaufnahmen der Münchner Kliniken bereitet man sich auf einen Ansturm vor. «Wir sehen bei solchen Wetterbedingungen immer wieder schwere Knochenbrüche, vor allem bei älteren Menschen,» berichtet Dr. Martin Huber vom Klinikum Schwabing.
Ich erinnere mich an einen ähnlichen Eissturm vor gut zehn Jahren in Baden-Württemberg. Damals stand das öffentliche Leben für fast zwei Tage still. Heute scheint es in München nicht anders zu sein.
Schulen und Kitas bleiben geschlossen, viele Geschäfte haben gar nicht erst geöffnet. Die Stadtverwaltung rät dringend, zu Hause zu bleiben. Der DWD erwartet eine Besserung der Lage erst am späten Abend. Bis dahin gilt: Nur bei absoluter Notwendigkeit das Haus verlassen – und dann nur mit äußerster Vorsicht. Was bleibt, ist die bange Frage: Ist München auf solche Extremwetterereignisse, die mit dem Klimawandel häufiger auftreten könnten, wirklich vorbereitet?