Artikel – Die Berliner Politikerin Elif Eralp tritt für das Rote Rathaus an. Gestern verkündete die 37-jährige Linken-Abgeordnete ihre Kandidatur für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. «Berlin braucht eine Politik, die soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz verbindet», sagte Eralp bei ihrer Ankündigung. Umfragen sehen Die Linke derzeit bei etwa 7 Prozent – weit entfernt von der Möglichkeit, die Regierung zu führen.
Eralp, die seit 2021 im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt, möchte mit ihrer Kandidatur vor allem migrantische und sozial benachteiligte Wählergruppen ansprechen. Die Juristin mit türkischen Wurzeln gilt als Vertreterin des linken Parteiflügels und hat sich besonders für Mieter- und Geflüchtetenrechte stark gemacht. «In unserer Stadt fehlen bezahlbare Wohnungen, während die Mieten explodieren. Das ist nicht hinnehmbar«, betonte sie.
In meinen Gesprächen mit Berliner Wählern höre ich immer wieder die Sorge vor Verdrängung aus ihren Kiezen. Eralp greift diese Ängste auf und fordert einen Mietendeckel sowie mehr landeseigenen Wohnungsbau. Ihr Programm umfasst zudem kostenlose Bildung und einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.
Die Reaktionen auf ihre Kandidatur fallen gemischt aus. Der Politikwissenschaftler Klaus Hoffmann von der Freien Universität Berlin meint: «Es geht der Linken weniger um den Wahlsieg als darum, ihre Kernthemen im Wahlkampf zu platzieren.» Die Berliner CDU unter dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner führt derzeit die Umfragen an.
Ob Eralp mit ihren Themen bei der Wahl im September 2026 punkten kann, bleibt offen. Doch ihr Antritt zeigt: Der Kampf um die Zukunft Berlins hat begonnen – und er wird entlang sozialer Fragen geführt werden.