Der einst beliebte Supermarkt in Benninghofen steht seit Jahren leer – ein grauer Betonklotz, der im Dortmunder Süden langsam verfällt. Nach mehr als einem Jahrzehnt ohne Nutzung fordern jetzt immer mehr Lokalpolitiker klare Konsequenzen: Der ehemalige Rewe soll endlich verschwinden.
«Es ist ein echter Schandfleck geworden», sagt Bezirksbürgermeister Nils Berning bei einem Ortstermin. Tatsächlich bietet sich ein trauriges Bild: zerbrochene Scheiben, wild wucherndes Grün und Graffiti prägen die Fassade. Laut Stadtverwaltung befindet sich das Gebäude in Privateigentum, was Eingriffsmöglichkeiten begrenzt.
Für die Anwohner ist die Situation besonders frustrierend. «Früher haben wir hier unseren Wocheneinkauf erledigt, heute machen wir einen Bogen um das Gebäude», erzählt Anwohnerin Helga Meyer, die seit 40 Jahren in Benninghofen lebt. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist nun über einen Kilometer entfernt.
Die Bezirksvertretung hat jetzt einen fraktionsübergreifenden Antrag beschlossen, der den Eigentümer zu konkreten Maßnahmen drängen soll. «Wir brauchen keine weiteren leeren Versprechen, sondern endlich Taten», betont SPD-Vertreter Michael Schmidt. Bereits 2018 wurden Umbaupläne vorgestellt, passiert ist jedoch nichts.
In meinen fast zwanzig Jahren als Reporterin habe ich viele solcher «Investitionsruinen» gesehen. Die Geschichte wiederholt sich: Anfängliche Empörung weicht Gewöhnung, bis irgendwann kaum noch jemand hinschaut. Doch für das Stadtbild und das Lebensgefühl im Viertel bleiben solche Orte eine stetige Belastung.
Die Stadt prüft nun rechtliche Schritte, um zumindest eine Sicherung des Gebäudes zu erzwingen. Ob es jemals zu einem kompletten Abriss kommt, bleibt offen. Für Benninghofen wäre es jedenfalls ein Neuanfang – manchmal muss etwas verschwinden, damit Neues entstehen kann.