In Dresden-Klotzsche zerstörte eine Explosion in der Nacht einen Fahrkartenautomat am Bahnhof. Gegen 3 Uhr wurde der laute Knall gemeldet. Zeugen beobachteten, wie zwei Personen vom Tatort flohen. Nach ersten Ermittlungen der Polizei wurden mehrere Geldkassetten entwendet. Die Höhe des Beuteschadens bleibt unklar, der Sachschaden am Automaten wird auf rund 30.000 Euro geschätzt.
Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an, konnte die Täter jedoch nicht mehr fassen. «Wir haben sofort eine großangelegte Fahndung eingeleitet», erklärt Polizeihauptkommissar Thomas Weber. Die Spurensicherung war bis zum frühen Morgen im Einsatz. Der Bahnhofsbereich wurde vorübergehend abgesperrt.
Es ist bereits der dritte gesprengte Fahrkartenautomat in Sachsen innerhalb eines Monats. In Großenhain und Riesa gab es ähnliche Vorfälle. Die Polizei prüft Zusammenhänge. Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigt: «Wir stellen bundesweit einen Anstieg solcher Delikte fest. Die Täter gehen dabei immer professioneller vor.»
Für Fahrgäste bedeutet der zerstörte Automat Probleme. Tickets müssen nun im Zug gekauft werden – mit Aufpreis. Die Bahn hat einen mobilen Verkaufsschalter eingerichtet, bis ein neuer Automat installiert ist. Nach meiner Beobachtung wirkt das provisorische Arrangement auf viele Pendler wie ein weiteres Symbol für die Verletzlichkeit der öffentlichen Infrastruktur.
Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise. Die Täter müssen mit Anklagen wegen schweren Diebstahls und Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion rechnen. Währenddessen bleibt die Frage: Wie können öffentliche Einrichtungen besser geschützt werden, wenn selbst massive Metallautomaten vor Kriminellen nicht sicher sind?