Die Stadt Essen nimmt Fahrt auf bei der Fahrradinfrastruktur. Rund 1.700 neue Stellplätze für Fahrräder sind für dieses Jahr geplant – verteilt auf 70 Standorte im ganzen Stadtgebiet. Die ersten 24 Mobilitätsstationen sollen noch im Frühjahr entstehen, teilt die Stadtverwaltung mit. Besonders im Fokus: stark frequentierte Plätze wie der Kennedyplatz, Willy-Brandt-Platz und Berliner Platz.
Die neuen Fahrradständer sind Teil einer langfristigen Strategie. „Wir wollen das Radfahren in Essen attraktiver machen», erklärt Simone Raskob, Umweltdezernentin der Stadt. „Dazu gehört auch, dass man sein Rad sicher und bequem abstellen kann.» Die Bügel werden im typischen Essener Stadtmobiliar-Grün gestaltet und sollen sich harmonisch ins Stadtbild einfügen.
Bei meinem Lokaltermin am Hauptbahnhof fällt mir auf, wie dringend der Bedarf ist. An sonnigen Tagen sind die vorhandenen Stellplätze hoffnungslos überfüllt. Räder werden an Laternen und Zäunen angeschlossen – ein chaotisches Bild, das bald der Vergangenheit angehören soll.
Die Initiative ist Teil des Radentscheids Essen, bei dem Bürgerinnen und Bürger mehr Fahrradfreundlichkeit gefordert hatten. Mit 470.000 Euro aus dem Förderprogramm «Emissionsfreie Innenstadt» des Landes NRW und weiteren 130.000 Euro aus städtischen Mitteln werden die neuen Abstellanlagen finanziert.
Ist das der Durchbruch für die Fahrradstadt Essen? Die Bilanz bleibt gemischt. „Ein guter Anfang, aber wir brauchen auch sichere Radwege und durchgängige Verbindungen», meint Petra Müller vom ADFC Essen. Die Fahrradständer allein machen noch keine Verkehrswende – aber sie sind ein sichtbares Zeichen, dass sich das Ruhrgebiet langsam in Bewegung setzt.