In Stuttgart tut sich was für Familien mit kleinen Kindern. Immer mehr Cafés öffnen ihre Türen für Eltern und ihren Nachwuchs – mit Spielecken, kindgerechtem Mobiliar und entspannter Atmosphäre. Laut einer aktuellen Umfrage der Stuttgarter Familieninitiative wünschen sich 78 Prozent der Eltern mehr kinderfreundliche Gastronomie in der Landeshauptstadt. Die Nachfrage ist da, und die ersten Angebote auch.
Als ich gestern durch Stuttgart-West spazierte, fiel mir auf, wie viele junge Familien nach einem gemütlichen Platz für eine Kaffeepause suchten. Die Zeiten, in denen Eltern mit kleinen Kindern kaum einen Ort zum Verweilen fanden, scheinen vorbei zu sein. Das «Café Wunderbar» im Westen bietet nicht nur hervorragenden Kuchen, sondern auch eine großzügige Spielecke mit Bauklötzen und Bilderbüchern.
«Wir wollen, dass sich alle wohlfühlen – Kinder und Eltern gleichermaßen», erklärt Inhaberin Lena Müller. Sie selbst ist zweifache Mutter und kennt die Herausforderungen. «Ein entspannter Kaffee sollte auch mit Kindern möglich sein.»
Auch im Osten Stuttgarts gibt es Erfreuliches zu berichten: Das «FamilienCafé» in Gablenberg serviert nicht nur kindgerechte Speisen, sondern organisiert regelmäßig Bastelstunden und kleine Lesungen für die Kleinen.
Meine fast zwanzigjährige Erfahrung als Journalistin hat mir gezeigt, dass solche Angebote mehr als nur nette Gesten sind. Sie verändern das städtische Leben grundlegend und machen Städte lebenswerter für alle Generationen.
Was mir bei meinen Recherchen besonders auffiel: Diese familienfreundlichen Cafés werden nicht nur von Eltern mit Kindern besucht. Sie entwickeln sich zu Treffpunkten für die ganze Nachbarschaft. Hier kommen Menschen ins Gespräch, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären.
Für Stuttgart bedeutet dieser Trend eine Bereicherung des urbanen Lebens. Und für die nächsten Jahre? Es bleibt zu hoffen, dass weitere Gastronomen nachziehen. Denn eine Stadt, die Raum für Familien schafft, gewinnt an Lebensqualität für alle. Oder wie wir in Hamburg sagen würden: «Wo Kinder willkommen sind, fühlen sich alle wohl.»