Die Straßen Hessens werden sich in der Fastnacht 2026 wieder in bunte Festmeilen verwandeln. Nach dem überwältigenden Erfolg der diesjährigen Umzüge haben die Karnevalsvereine in Frankfurt, Wiesbaden und Fulda bereits mit den Planungen begonnen. Allein in Frankfurt säumten über 200.000 Menschen den Weg des traditionellen Umzugs – so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr.
«Die Menschen haben ein großes Bedürfnis nach Gemeinschaft und Ausgelassenheit», erklärt Hans-Peter Müller vom Frankfurter Karnevalsverband. «2026 wollen wir noch mehr Wagen und Fußgruppen auf die Straße bringen.» Die Vereine reagieren damit auf die steigende Nachfrage nach authentischer Fastnachtstradition.
In Wiesbaden setzt man auf ein neues Konzept. «Wir planen einen umweltfreundlicheren Umzug mit weniger Plastikkonfetti und mehr regionalen Materialien», verrät Karnevalspräsidentin Petra Schmidt. Die Stadt unterstützt das Vorhaben mit 50.000 Euro zusätzlicher Förderung.
Die Fuldaer überraschen mit einem besonderen Highlight: Erstmals soll der Umzug live im Internet übertragen werden. «Wir wollen die hessische Fastnacht in die Welt tragen», so Karnevalist Thomas König.
Bei meinem letzten Besuch in Fulda konnte ich spüren, wie tief die Fastnacht im hessischen Selbstverständnis verankert ist. Ein älterer Herr in traditioneller Narrenkluft erklärte mir: «Hier lachen wir gemeinsam über alles, was uns sonst trennt.«
Die Planungen für 2026 fallen in eine Zeit gesellschaftlicher Spannungen. Vielleicht ist gerade deshalb die Sehnsucht nach diesen gemeinschaftsstiftenden Traditionen so groß. Die Fastnacht könnte ein Ort werden, an dem Hessen wieder zusammenrückt – wenn auch nur für ein paar närrische Tage. Wäre das nicht eine Form von Volkskultur, die wir heute dringender brauchen denn je?