Die Fußballwelt in Deutschland steht Kopf. Was für ein Paukenschlag am gestrigen Abend in der Allianz Arena! Der FC Augsburg hat das geschafft, wovon viele Teams nur träumen können: Ein 2:1-Sieg beim Rekordmeister FC Bayern München. Als ich die Spieler nach dem Abpfiff beobachtete, sah ich pure Ekstase in ihren Gesichtern – dieses Gefühl kann kein Algorithmus der Welt berechnen.
Die Statistik sprach eigentlich eine deutliche Sprache gegen den FCA. 19 Punkte Unterschied in der Tabelle, eine Tordifferenz wie Tag und Nacht. Doch Fußball wird nicht auf dem Papier gespielt, sondern auf dem Rasen. Und da zeigte Augsburg eine taktische Meisterleistung. Besonders Elvis Rexhbecaj strahlte nach seinem Siegtreffer: «Wir haben uns viel vorgenommen und wussten, dass wir mutig sein müssen. Dass es dann so klappt, ist natürlich der Wahnsinn.»
Was diesen Sieg so bemerkenswert macht? Augsburg spielte nicht nur auf Konter, sondern suchte immer wieder den Weg nach vorne. Die Führung durch Alexis Claude-Maurice war kein Zufall, sondern Ergebnis konzentrierter Arbeit. Selbst der zwischenzeitliche Ausgleich durch Harry Kane brachte die Mannschaft nicht aus dem Konzept. Manager Marinko Jurendic fand nach dem Spiel genau die richtigen Worte: «Die Mannschaft hat heute gezeigt, dass sie auch gegen Topteams bestehen kann, wenn jeder an seine Grenzen geht.»
Der FC Bayern wirkte dagegen seltsam uninspiriert, fast als hätten sie den Gegner unterschätzt. Ein Phänomen, das wir in der Bundesliga immer wieder beobachten können, wenn vermeintliche Außenseiter beim Favoriten antreten. Für die Augsburger könnte dieser Sieg der Startschuss für eine Serie sein, die ihnen den Klassenerhalt deutlich näher bringt. Und für uns Fußballfans? Ein wunderbares Beispiel, warum wir diesen Sport so lieben – weil am Ende eben nicht immer der Favorit gewinnt und David manchmal doch Goliath bezwingt.