Die Hoffnung war groß, die Realität ernüchternd: Nach nur einem Jahr stellt die Usedomer Bäderbahn (UBB) ihre Fernbuslinie zwischen der Ostseeinsel Usedom und Berlin wieder ein. Seit dem vergangenen Sommer hatte der «UsedomExpress» täglich Urlauber und Insulaner zwischen der Hauptstadt und dem beliebten Urlaubsziel transportiert. Laut UBB-Geschäftsführer Robert Niehoff blieben die Fahrgastzahlen jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. Nur etwa 5.000 Passagiere nutzten das Angebot im ersten Betriebsjahr.
Als ich vor einigen Wochen auf Usedom recherchierte, stach mir die geringe Auslastung der Busse sofort ins Auge. Oft saßen nur eine Handvoll Fahrgäste in den modernen Reisebussen. «Wir haben alles versucht, aber die Nachfrage war einfach nicht ausreichend», erklärt Niehoff im Gespräch. Ein zentrales Problem: Die Fahrzeit von über drei Stunden war für viele Reisende offenbar zu lang.
Auch die Konkurrenz durch andere Verkehrsmittel machte dem Fernbus zu schaffen. Viele Berliner bevorzugen das eigene Auto für die Anreise oder nutzen die bestehende Bahnverbindung. Die Deutsche Bahn bietet zwar keine Direktverbindung an, mit Umstieg in Züssow erreicht man die Insel jedoch in vergleichbarer Zeit.
Für Insulaner wie Martina Kruse aus Heringsdorf ist die Einstellung des Busverkehrs dennoch ärgerlich: «Gerade für ältere Menschen ohne Auto war die Verbindung praktisch. Man kam direkt vom Zentrum Berlins bis zur Haustür.»
Die UBB will sich nun wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: den Bahnverkehr auf der Insel. In Zeiten knapper Kassen und zunehmenden Drucks auf öffentliche Verkehrsunternehmen könnte der gescheiterte Versuch symptomatisch sein. Die Frage bleibt: Braucht es neue Mobilitätskonzepte für den Tourismus in der Region, oder müssen wir uns mit den bestehenden Angeboten arrangieren?