Die Luft am Düsseldorfer Flughafen ist kalt, aber die Stimmung in den Abfertigungshallen noch frostiger. Seit den frühen Morgenstunden müssen Reisende mit massiven Flugausfällen rechnen. Nach Angaben der Flughafengesellschaft sind heute rund 60 Prozent aller geplanten Flüge gestrichen – betroffen sind vor allem Verbindungen nach Osteuropa und in den Mittelmeerraum. Der Grund: Eine Kombination aus technischen Problemen und Personalmangel bei mehreren Airlines.
«Man steht hier und weiß nicht weiter», sagt Petra Meier aus Neuss, die eigentlich heute Vormittag nach Warschau fliegen wollte. Vor den Schaltern bilden sich lange Schlangen, die Mitarbeiter wirken überlastet. Laut Flughafensprecher Thomas Klauner arbeitet man «mit Hochdruck an Lösungen». Besonders Eurowings und Condor sind betroffen, während Langstreckenflüge weitgehend planmäßig starten.
Was mich bei meinem Rundgang durch die Terminals besonders beeindruckt: die Gelassenheit vieler Reisender. Viele haben vorgesorgt und Alternativen geplant. «Wir fahren jetzt mit dem Zug nach München und fliegen von dort», erklärt Familie Schulz aus Düsseldorf-Gerresheim pragmatisch. Ein Phänomen, das ich in fast 20 Jahren Berichterstattung immer wieder beobachte: Deutsche Reisende werden krisenfester.
Die Airlines bieten kostenlose Umbuchungen an. Ein Recht auf Entschädigung besteht allerdings nur, wenn technische Probleme die Ursache sind – nicht bei Personalmangel. Für die kommenden Tage rechnet der Flughafen mit einer schrittweisen Normalisierung des Betriebs. Experten raten: Wer in den nächsten Tagen fliegt, sollte den Flugstatus vorab online prüfen und früher am Flughafen sein.
Während draußen Flugzeuge auf Enteisungen warten, stellt sich die Frage: Wie gut sind unsere Verkehrsknotenpunkte tatsächlich auf Krisensituationen vorbereitet?