Die nächste Bauphase am Föhringer Ring in München steht bevor: Ab Montag werden große Teile der viel befahrenen Straße für Rodungsarbeiten gesperrt. Betroffen sind tausende Pendler und Anwohner, die mit erheblichen Verkehrsbehinderungen rechnen müssen. Der Grund: Die Erweiterung der Mittleren Ringbrücke über die Isar, eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Stadt.
Die Sperrungen beginnen am 15. Januar und dauern voraussichtlich bis Ende des Monats. «Wir müssen jetzt handeln, bevor die Vogelbrutzeit im März beginnt», erklärt Bauleiter Thomas Meyerhöfer. Dann wären solche Eingriffe aus Naturschutzgründen nicht mehr möglich. Betroffen ist vor allem die südliche Fahrbahn zwischen Effnerplatz und Ifflandstraße, die komplett gesperrt wird.
Die Umleitung führt über den Georg-Brauchle-Ring und Richard-Strauss-Straße – ein Umweg, der in den Hauptverkehrszeiten bis zu 30 Minuten zusätzlich kosten kann. Anwohner wie Margarete Schulz (67) sind besorgt: «Mit jedem neuen Bauabschnitt wird es schwieriger, aus unserem Viertel rauszukommen.»
Wer die Gegend kennt, weiß, dass der Föhringer Ring schon in normalem Zustand ein neuralgischer Punkt ist. Als ich vor Jahren für eine Reportage über Münchens Verkehrsknoten recherchierte, stand ich dort selbst im Stau – damals ohne Baustelle.
Die Stadt empfiehlt, wenn möglich, auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen oder Homeoffice zu nutzen. Das Baureferat betont, dass die Arbeiten unumgänglich sind: Die alte Brücke aus den 1960er Jahren entspricht nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards. Ob nach den Rodungen der Zeitplan eingehalten werden kann, bleibt abzuwarten. Für die Münchner ist es jedenfalls ein weiterer Geduldtest im ohnehin stauträchtigen Stadtverkehr.