Der Traditionsclub Fortuna Düsseldorf steckt in einer tiefen Krise. Mit der 0:2-Niederlage bei Aufsteiger SV Elversberg kassierte das Team bereits die dritte Pleite in Folge. Die sportliche Talfahrt hat nun personelle Konsequenzen: Klaus Allofs, langjähriger Vorstand Sport, muss seinen Posten räumen. Ab Januar übernimmt Sven Mislintat die sportliche Leitung.
«Das war heute in allen Belangen zu wenig», kommentierte Trainer Daniel Thioune die jüngste Niederlage sichtlich enttäuscht. Auf dem Rasen fehlten Leidenschaft, Ideen und Durchschlagskraft. Besonders bitter: Nach dem Fast-Aufstieg in die Bundesliga im Mai, als nur ein Elfmeter fehlte, findet sich die Fortuna nun im grauen Mittelfeld der 2. Liga wieder.
Für viele Fans ist der Wechsel in der Führungsetage überfällig. «Wir brauchen frischen Wind und neue Impulse», sagt Dauerkarteninhaber Michael Schneider (54), den ich am Stadionausgang treffe. Er hatte die Fortuna noch in ihren großen Zeiten erlebt.
Der designierte Sportvorstand Mislintat bringt Erfahrung aus Dortmund, Stuttgart und Arsenal London mit. «Ich sehe großes Potenzial in diesem Verein und freue mich auf die Herausforderung», erklärte der 52-Jährige in einer ersten Stellungnahme. Bekannt als «Diamantenauge» für seine Fähigkeit, Talente zu entdecken, soll er den Klub wieder auf Kurs bringen.
Doch die Probleme sitzen tiefer. Die Mannschaft wirkt verunsichert, die Defensive wackelt, und im Angriff fehlt die Durchschlagskraft. Als ich nach dem Abpfiff die Gesichter der Spieler beobachtete, sah ich keine Wut, sondern Ratlosigkeit.
Die nächsten Wochen werden entscheiden, ob die Fortuna die Kurve kriegt oder in einen echten Abstiegskampf rutscht. Für die treuen Fans bleibt nur die Hoffnung: Der rheinische Optimismus war schon immer größer als die aktuellen Krisen.