Die alte Fotografie zeigt eine staubige Startbahn, umgeben von Wiesen. Vor 98 Jahren eröffnete Frankfurt seinen ersten Flughafen im Stadtwald – ein revolutionärer Schritt für die Mainmetropole, die damals etwa 467.000 Einwohner zählte. Bereits 1926 wurden hier 11.500 Passagiere abgefertigt.
«Der neue Frankfurter Flughafen war ein Meilenstein für die Stadt», erklärt Stadtarchivar Dr. Clemens Reichel. «Er markierte Frankfurts Wandel zur modernen Großstadt.» In der Weimarer Republik entwickelte sich die Stadt zum Verkehrsknotenpunkt: Während am Waldrand Flugzeuge starteten, wurden im Römer bereits Pläne für die erste «Nur-Autostraße» zwischen Frankfurt und Darmstadt diskutiert – der Vorläufer unserer heutigen Autobahnen.
Die 1920er Jahre brachten enorme Veränderungen für Frankfurt. Ich erinnere mich an Gespräche mit Zeitzeugen, die mir von der Aufbruchstimmung trotz wirtschaftlicher Probleme erzählten. Die Stadt blühte kulturell auf: Das Neue Frankfurt unter Stadtbaurat Ernst May revolutionierte den Wohnungsbau, während im Osthafen die Industrie wuchs.
Bemerkenswert ist, wie weitsichtig die Stadtplaner damals waren. Die Grundstrukturen des Verkehrsnetzes, die 1926 entworfen wurden, prägen Frankfurt bis heute. Der kleine Flughafen im Stadtwald wurde später zum internationalen Drehkreuz – ein Beispiel dafür, wie Entscheidungen einzelner Generationen das Gesicht einer Stadt für Jahrhunderte verändern können.
Mehr Informationen zur Frankfurter Stadtgeschichte im Stadtarchiv Frankfurt.