Am Mainufer stehen die Zeichen auf Aufbruch: Frankfurt will bis 2030 über 1.000 neue Startups hervorbringen. Eine ambitionierte Initiative von «Futury» und der Wirtschaftsförderung Frankfurt soll die Mainmetropole zur führenden Gründerstadt Deutschlands machen. Aktuell entstehen hier jährlich etwa 85 innovative Jungunternehmen – bis 2030 sollen es jährlich 150 werden.
Die Zahlen sprechen für sich: Schon heute zählt Frankfurt zu den Top-3-Standorten für FinTech-Startups in Deutschland. «Wir haben hier ein enormes Potenzial, das wir endlich konsequent ausschöpfen wollen», erklärt Bernhard Klemen von Futury. Was viele nicht wissen: Frankfurt verfügt bereits über ein dichtes Netz an Gründerzentren und Acceleratoren.
In meinen 15 Jahren als Wirtschaftsjournalist habe ich selten eine so konzertierte Aktion erlebt. Die Stadt will nun Büroflächen günstiger anbieten und Genehmigungsverfahren beschleunigen. «Startups brauchen vor allem drei Dinge: Kapital, Netzwerke und bezahlbare Räume», sagt Isabel Jandeisek vom Startup-Verband. Genau hier setzt die Initiative an.
Besonders bemerkenswert: Die Hochschulen der Region werden stärker eingebunden. Die Goethe-Universität und die Frankfurt University of Applied Sciences bauen ihre Gründungszentren aus. Wenn ich durch den Campus Westend gehe, spüre ich bereits den Gründergeist unter den Studierenden.
Was bedeutet das für Frankfurt? Die Stadt könnte ihren Ruf als reine Bankenmetropole ablegen und vielseitiger werden. Für junge Talente entstehen neue Perspektiven. Die Frage bleibt: Kann Frankfurt mit Berlin und München mithalten? Der Wettbewerb um die klügsten Köpfe hat jedenfalls begonnen.