Die politische Bühne verlagerte sich gestern Abend ins Herz des Ruhrgebiets. Bundeskanzler Friedrich Merz besuchte Dortmund, wo ihm vor über 600 Gästen der renommierte «Stutenkerl-Preis» der CDU verliehen wurde. Mit 70 Euro pro Karte war die Veranstaltung im Signal Iduna Park ausverkauft – ein deutliches Zeichen für das ungebrochene Interesse an dem CDU-Politiker aus dem Sauerland.
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sorgte als Laudator für den humorvollen Höhepunkt des Abends. «Ich habe mir früher nie vorstellen können, dass ich mal eine Laudatio auf einen Bundeskanzler halten würde», scherzte er und erntete damit Lacher und Applaus. Watzke, selbst CDU-Mitglied, betonte die langjährige Verbindung zu Merz: «Wir kennen uns seit über 25 Jahren. Fritz ist einer, der sagt, was er denkt, und tut, was er sagt.»
Der frisch gebackene Kanzler nutzte die Gelegenheit, um seine politischen Schwerpunkte zu unterstreichen. Besonders die Wirtschaftslage bereite ihm Sorgen. «Deutschland braucht wieder Wachstum», mahnte Merz und kündigte Reformen an, die Unternehmen entlasten sollen. Gleichzeitig versprach er, den Industriestandort Deutschland zu stärken.
Für mich als langjährige Beobachterin der politischen Landschaft war besonders auffällig, wie Merz die regionale Verbundenheit betonte. «Das Ruhrgebiet war immer eine Herzkammer der deutschen Wirtschaft und soll es wieder werden», sagte er mit spürbarer Überzeugung.
Der «Stutenkerl-Preis», benannt nach dem traditionellen Gebäck zum Martinstag, wird seit 1998 an Persönlichkeiten verliehen, die sich um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Mit dieser symbolischen Auszeichnung stärkt Merz seine Präsenz in Nordrhein-Westfalen – dem bevölkerungsreichsten Bundesland, das für die kommenden Bundestagswahlen entscheidend sein könnte.