In Meerbusch hat Gabi Pricken nach 25 Jahren ihre politischen Ämter niedergelegt, doch ihr Engagement für die Stadtgesellschaft geht weiter. Die langjährige SPD-Politikerin, die im Stadtrat und als stellvertretende Bürgermeisterin tätig war, widmet sich nun verstärkt sozialen Projekten in ihrer Heimatstadt. «Es war Zeit für einen Wechsel, aber nicht für einen Rückzug», sagt die 68-Jährige.
Als ich Pricken in einem Büdericher Café treffe, wird sie mehrfach von Passanten gegrüßt. Das kommt nicht von ungefähr: Über zwei Jahrzehnte prägte sie die Lokalpolitik mit ihrem unermüdlichen Einsatz für soziale Themen. Besonders der Ausbau von Kita-Plätzen und die Integration von Geflüchteten lagen ihr am Herzen.
«Politik ist mehr als nur Sitzungen und Abstimmungen», erklärt Pricken. «Es geht darum, für Menschen da zu sein.» Diesem Grundsatz bleibt sie treu. Seit ihrem Ausscheiden aus dem Stadtrat engagiert sie sich im Förderverein der Stadtbibliothek und koordiniert ehrenamtlich ein Mentorenprogramm für Jugendliche mit Migrationshintergrund.
Der SPD-Ortsverein Meerbusch schätzt ihre Erfahrung weiterhin. «Gabi ist eine wertvolle Beraterin für uns», bestätigt Parteivorsitzender Michael Thien. «Ihre Verbindungen und ihr Wissen sind Gold wert.»
Den Schritt zurück von offiziellen Ämtern bereut Pricken nicht. «Man muss wissen, wann es Zeit ist, Jüngeren Platz zu machen», sagt sie mit dem für sie typischen pragmatischen Lächeln. Die gewonnene Zeit nutzt sie für ihre drei Enkelkinder und das Reisen – eine Leidenschaft, die während ihrer aktiven politischen Zeit oft zu kurz kam.
Für Meerbusch wünscht sich Pricken mehr bürgerschaftliches Engagement. «Eine lebendige Stadtgesellschaft braucht Menschen, die sich einbringen – ob in der Politik oder anderswo», sagt sie zum Abschied. Eine Botschaft, die sie selbst vorlebt.