In Düsseldorf werden aktuell Gastfamilien gesucht, die jungen Sporttalenten ein zweites Zuhause bieten. Für viele Nachwuchsathleten zwischen 14 und 18 Jahren bedeutet der Wechsel an ein Sportinternat eine große Herausforderung – weit weg von Familie und Freunden. Laut der Sportstadt Düsseldorf fehlen derzeit rund 20 Plätze für vielversprechende Talente, die nicht nur Trainings- sondern auch Familienanschluss brauchen.
«Wir suchen Menschen mit Herz, die einen jungen Menschen auf seinem Weg begleiten wollen», erklärt Petra Schmidt vom Sportamt. Ich treffe Familie Berger, die seit drei Jahren den 16-jährigen Schwimmer Jannik bei sich aufgenommen hat. In ihrem gemütlichen Wohnzimmer in Bilk erzählen sie mir von den Anfängen. «Am Anfang war es ungewohnt, plötzlich einen Teenager im Haus zu haben», schmunzelt Herr Berger, «aber heute gehört Jannik einfach zur Familie.»
Die Gastfamilien erhalten eine monatliche Aufwandsentschädigung von 400 Euro. Wichtiger als finanzielle Aspekte sei jedoch die emotionale Unterstützung. «Diese jungen Menschen brauchen einen sicheren Hafen neben dem anstrengenden Trainingsalltag», betont Sportdezernent Robert Meyer.
Was mich bei meinen Recherchen besonders beeindruckt: Die tiefen Bindungen, die zwischen den Sporttalenten und ihren Gastfamilien entstehen. Viele halten den Kontakt noch Jahre nach dem Auszug. Interessierte Familien können sich direkt beim Sportamt melden – gesucht werden besonders Gastgeber für die Sportarten Schwimmen, Rudern und Tischtennis.
Für Düsseldorf als Sportstadt könnte dieses Programm entscheidend sein. «Wenn wir keine Unterkünfte haben, verlieren wir Talente an andere Standorte», warnt Meyer. Das wäre nicht nur für die Sportvereine, sondern für die gesamte Stadt ein Verlust. Wer hilft mit?