Die aktuelle Kältewelle in Berlin und Brandenburg sorgt für gefährliche Situationen an Seen und Gewässern. Die Polizei warnt eindringlich davor, die scheinbar zugefrorenen Eisflächen zu betreten. Trotz der anhaltenden Minusgrade der letzten Tage sind die Eisdecken noch viel zu dünn, um Menschen zu tragen – eine lebensgefährliche Situation für alle, die das Risiko unterschätzen.
«Wir haben bereits mehrere Einsätze wegen Menschen auf dem Eis gehabt», berichtet Polizeioberkommissarin Katja Meyer aus Potsdam. «Besonders besorgniserregend ist, dass wir immer wieder Eltern sehen, die ihre Kinder aufs Eis lassen.«
Experten erklären, dass mindestens 15 Zentimeter Eisdicke nötig sind, damit eine Fläche sicher betreten werden kann. Die meisten Gewässer in der Region erreichen derzeit nicht einmal die Hälfte. Bei meinem Lokaltermin am Müggelsee konnte ich selbst beobachten, wie das Eis am Uferrand bereits unter leichtem Druck knackte und Wasser durchtrat.
Die Temperaturen mögen zwar winterlich sein, aber für stabiles Eis braucht es konstante Kälte über einen deutlich längeren Zeitraum. Die Berliner Feuerwehr verzeichnete allein am vergangenen Wochenende drei Rettungseinsätze für Menschen, die ins Eis eingebrochen waren – glücklicherweise ohne Todesopfer.
«Wer durch das Eis bricht, hat in eiskaltem Wasser nur wenige Minuten Zeit, bevor Unterkühlung und Erschöpfung lebensbedrohlich werden«, warnt Dr. Klaus Hoffmann von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft.
Bei den prognostizierten Temperaturen für die kommende Woche werden die Eisflächen voraussichtlich noch trügerischer. Denn während die Nächte kalt bleiben, sorgen die wärmeren Tage dafür, dass das Eis von unten weiter schmilzt. Gerade für Kinder eine kaum erkennbare Gefahr, die uns alle zur Wachsamkeit mahnt.