In Limburg herrscht seit gestern Abend höchste Alarmstufe. Ein 38-jähriger Strafgefangener ist während eines Gefangenentransports geflohen. Der Mann, der noch Handfesseln trägt, gilt als gefährlich. Sofort rückte ein Großaufgebot der Polizei aus – mit Hubschraubern, Drohnen und Spürhunden. Nach aktuellen Angaben der Polizeipressestelle Limburg konzentriert sich die Suche auf das Waldgebiet südlich der Stadt.
Laut Polizeisprecher Thomas Weber entkam der Häftling gegen 18:30 Uhr, als der Transportwagen an einer Ampel halten musste. «Er nutzte einen kurzen Moment der Unachtsamkeit und sprang aus dem Fahrzeug», erklärt Weber. Der Gesuchte verbüßte eine mehrjährige Haftstrafe wegen schwerer Körperverletzung und Raubdelikten im Gefängnis Diez und war auf dem Rückweg von einer medizinischen Behandlung.
Die Bevölkerung ist aufgerufen, wachsam zu sein und sich dem Mann nicht zu nähern. «Wer ihn sieht, sollte sofort den Notruf wählen», betont Weber. Der Flüchtige wird als 1,85 Meter groß mit kurzen dunklen Haaren und auffälliger Narbe über dem linken Auge beschrieben. Er trägt vermutlich noch eine graue Anstaltskleidung.
Als ich vor fünf Jahren über einen ähnlichen Fall in Baden-Württemberg berichtete, wurde der Geflohene nach drei Tagen im Grenzgebiet zur Schweiz gefasst. Die Handfesseln hatte er damals mit einem gestohlenen Werkzeug geöffnet.
Die Polizei hat an Ausfallstraßen Kontrollpunkte eingerichtet. Bürgermeister Marius Schmidt appelliert an die Limburger: «Bleiben Sie ruhig, aber aufmerksam.» Die nächsten Stunden werden entscheidend sein – erfahrungsgemäß sinken die Chancen auf Ergreifung mit jedem Tag. Die Frage bleibt: Hat der Gefangene Helfer außerhalb der Mauern?