Der Hamburger Wintereinbruch sorgt für rutschige Gehwege und gefährliche Situationen. Heute Morgen stürzten mehrere Zeitungszusteller bei ihrer Arbeit, als sie trotz aufgehobener DWD-Unwetterwarnung unterwegs waren. Nach Angaben der Feuerwehr wurden allein in den frühen Morgenstunden fünf Verletzte gemeldet.
In den vergangenen Tagen hatte Eisregen weite Teile Norddeutschlands in eine gefährliche Rutschbahn verwandelt. Obwohl der Deutsche Wetterdienst seine Warnungen inzwischen zurückgenommen hat, bleiben viele Gehwege spiegelglatt. «Die Situation wurde unterschätzt», erklärt Hamburgs Stadtreinigungschef Rainer Röttgermann. «Unsere Teams streuen seit 3 Uhr morgens, kommen aber kaum hinterher.»
Ein betroffener Zusteller, der anonym bleiben möchte, berichtet: «Ich bin seit 15 Jahren dabei, aber so schlimm war es selten. Selbst mit Spikes-Schuhen bin ich heute zweimal hingefallen.»
Besonders betroffen sind die äußeren Stadtteile wie Rahlstedt und Volksdorf, wo weniger gestreut wird. Als ich gestern durch Barmbek fuhr, sah ich mehrere ältere Menschen, die sich nur mit Stöcken vorsichtig fortbewegen konnten.
Die Lage entspannt sich erst langsam. Mit steigenden Temperaturen ab Mittag rechnet die Stadtreinigung mit einer Entschärfung der Situation. Für morgen werden bereits 5 Grad plus erwartet. Die Frage bleibt, ob Hamburg bei künftigen Glättewarnungen besser vorbereitet sein wird – oder ob wir weiterhin auf eigene Gefahr vor die Tür gehen müssen.