Seit gestern Abend kämpft Berlin mit einer gefährlichen Eisschicht. Regen, der auf gefrorenen Boden fällt, verwandelt Straßen und Gehwege in gefährliche Rutschbahnen. Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) meldet bereits über 50 Glatteis-Verletzte – von Knochenbrüchen bis zu Kopfverletzungen. «Die Notaufnahme ist seit Mitternacht im Dauereinsatz», erklärt Chefarzt Prof. Dr. Matthias Helm.
Die Unfälle passieren überall. An Bushaltestellen, vor Wohnungstüren, auf dem Weg zur Arbeit. «Natürlich sollte jetzt niemand mit dem Fahrrad fahren«, warnt Helm eindringlich. Eine Beobachtung, die ich in meinen Jahren als Journalistin immer wieder mache: Bei Extremwetter unterschätzen viele Menschen die Gefahr. Vor dem UKB streut ein Mitarbeiter pausenlos Salz, trotzdem rutschen Menschen beim Aussteigen aus dem Taxi.
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) ist mit 390 Fahrzeugen im Dauereinsatz. Trotzdem können nicht alle Straßen gleichzeitig gesichert werden. Auch die BVG meldet Verspätungen im Busverkehr. «Bei solchen Bedingungen müssen wir die Sicherheit über Pünktlichkeit stellen», so eine Sprecherin.
Bis morgen soll die Lage angespannt bleiben. Erst dann rechnet der Deutsche Wetterdienst mit leichter Entspannung. Bis dahin gilt: Zuhause bleiben, wenn möglich. Oder wie eine 78-jährige Patientin mit gebrochenem Handgelenk es ausdrückt: «Manchmal ist ein Ruhetag auf dem Sofa die beste Medizin gegen Glatteis.»