In den frühen Morgenstunden hat Glatteis große Teile Baden-Württembergs in eine gefährliche Rutschbahn verwandelt. Der Deutsche Wetterdienst warnt aktuell vor extremer Glätte auf Straßen und Gehwegen. Bereits in der Nacht ereigneten sich zahlreiche Unfälle. Nach Angaben der Polizei Stuttgart wurden seit Mitternacht über 40 glättebedingte Zusammenstöße gemeldet.
«Die Lage ist außerordentlich gefährlich«, erklärt Meteorologin Claudia Kleinert. «Wir haben es mit einer seltenen Kombination aus gefrierendem Regen und rapide fallenden Temperaturen zu tun.» Besonders betroffen sind die Regionen um Stuttgart, Heilbronn und der Schwarzwald.
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich selten erlebt, dass Behörden so schnell und umfassend reagieren. Zahlreiche Schulen im Land bleiben heute geschlossen. Das Kultusministerium hat den Schulträgern freigestellt, den Präsenzunterricht auszusetzen. «Die Sicherheit unserer Kinder hat oberste Priorität«, so ein Sprecher.
Parallel zur Wetterlage beschäftigt die Behörden eine Explosion in einem Industriegebiet bei Ludwigsburg. Gegen 3:40 Uhr erschütterte ein lauter Knall die Umgebung. Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Über Verletzte ist bislang nichts bekannt. Ein Zusammenhang mit dem Unwetter wird geprüft.
Experten raten dringend, heute auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten. Wer doch ins Auto steigen muss, sollte besonders vorsichtig fahren. Die Straßenmeistereien sind im Dauereinsatz, können aber nicht überall gleichzeitig sein. Wie ein Stuttgarter Taxifahrer mir gegenüber treffend bemerkte: «Heute ist selbst Schrittgeschwindigkeit manchmal zu schnell.«
Die Wetterlage soll sich laut Prognosen erst gegen Mittag entspannen. Was bleibt, ist die Frage, ob wir uns auf solche Extremwetterlagen künftig häufiger einstellen müssen. Glatteis im Februar – früher Ausnahme, heute Realität?