Die Busse auf der Linie 61 fahren seit Montag wieder Umwege durch die Dresdner Neustadt. Grund dafür sind umfangreiche Bauarbeiten am Schillerplatz, wo marode Gleise erneuert werden müssen. Bis zum 3. November – voraussichtlich sechs Wochen lang – wird der Verkehr umgeleitet. Besonders betroffen sind Pendler aus Loschwitz und den nordöstlichen Stadtteilen, die nun erheblich längere Fahrtzeiten einplanen müssen.
«Die Gleisanlagen am Schillerplatz sind nach jahrzehntelangem Betrieb schlichtweg am Ende», erklärt Katrin Hoppe von den Dresdner Verkehrsbetrieben. «Ein Austausch ist unvermeidbar, um die Sicherheit zu gewährleisten.» Während der Bauarbeiten werden nicht nur die Schienen erneuert, sondern auch die Fahrbahndecke und Teile der darunterliegenden Infrastruktur.
Für Anwohner bedeutet dies eine erhebliche Lärmbelastung, besonders in den frühen Morgenstunden. Familie Müller, die direkt am Schillerplatz wohnt, hat bereits Erfahrungen mit früheren Bauphasen gemacht. «Um halb sechs beginnt der Lärm», berichtet Anwohnerin Claudia Müller. «Wir haben uns Ohrstöpsel gekauft und hoffen auf schnellen Baufortschritt.»
Die Umleitung führt über den Fetscherplatz und die Waldschlößchenbrücke – eine Route, die ich selbst gestern Morgen getestet habe. Was sonst eine 15-minütige Fahrt ist, dauerte fast eine halbe Stunde. Besonders in den Stoßzeiten staut sich der Verkehr erheblich. Der Einzelhandel am Schillerplatz befürchtet zudem Umsatzeinbußen durch die erschwerte Erreichbarkeit.
Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis und empfiehlt, wenn möglich, auf die Straßenbahnlinien 6 und 12 auszuweichen oder gleich das Fahrrad zu nutzen. Die milden Herbsttemperaturen bieten dafür aktuell noch gute Bedingungen. Bleibt die Frage: Werden die Arbeiten tatsächlich pünktlich zum Wintereinbruch abgeschlossen sein? In Dresden wäre das fast ein kleines Wunder.