In Essen rücken die Bagger an: Mehrere wichtige Verkehrsadern der Stadt werden 2026 zu Großbaustellen. Betroffen sind unter anderem die viel befahrene Bernestraße und zentrale Brücken wie die am Hauptbahnhof. Die Stadtverwaltung rechnet mit erheblichen Verkehrsbehinderungen für mindestens 18 Monate. Allein für die Bernestraße sind Investitionen von fast 12 Millionen Euro vorgesehen.
Nach Jahren des Aufschubs ist der Sanierungsbedarf nicht mehr zu übersehen. «Die Substanz vieler Verkehrswege in Essen hat ihr Lebensende erreicht», erklärt Baudezernentin Simone Raskob bei der Vorstellung der Planungen. Die Brücken am Hauptbahnhof weisen massive Schäden auf, die Bernestraße gilt mit ihren tiefen Schlaglöchern längst als Ärgernis für Pendler.
Als ich vergangene Woche durch die Bernestraße fuhr, musste ich regelrecht Slalom fahren, um die größten Schäden zu umgehen. Was viele nicht wissen: Unter den Straßen verläuft ein komplexes Netz aus Leitungen und Kanälen, die gleichzeitig erneuert werden müssen.
Besonders schwierig wird die Situation für die rund 32.000 Fahrzeuge, die täglich die Bernestraße nutzen. Eine vollständige Sperrung soll vermieden werden. «Wir planen mit einer halbseitigen Sperrung und Ampelregelung», so ein Sprecher der Straßenbaubehörde. Anwohner erhalten vorab detaillierte Informationen.
Die Bauarbeiten werden die Stadt verändern – zunächst durch Staus und Umwege, später durch modernere und sicherere Verkehrswege. Ob die Bauzeit wie geplant eingehalten werden kann, bleibt abzuwarten. In Hamburg haben ähnliche Projekte oft länger gedauert als geplant.