In einer Autowerkstatt in Seligenstadt wütete gestern Nacht ein verheerender Brand, der mehrere Luxusfahrzeuge zerstörte. Gegen 23 Uhr bemerkte ein Anwohner Flammen aus dem Werkstattgebäude schlagen und alarmierte die Feuerwehr. Über 100 Einsatzkräfte kämpften bis in die frühen Morgenstunden gegen das Feuer. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden auf rund zwei Millionen Euro.
«Das Feuer breitete sich rasend schnell aus», berichtet Einsatzleiter Michael Bender. Die Löscharbeiten gestalteten sich besonders schwierig, da neben Kraftstoffen auch Lacke und Öle den Brand anfachten. In der Werkstatt befanden sich mehrere hochwertige Fahrzeuge, darunter ein Ferrari und zwei Porsche-Modelle, die vollständig ausbrannten.
Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. «Wir können derzeit weder einen technischen Defekt noch Brandstiftung ausschließen», erklärt Polizeisprecherin Sandra Müller. Die Experten der Kriminalpolizei können das Gebäude erst betreten, wenn die Statik überprüft wurde.
Für die Anwohner im nahen Wohngebiet war es eine unruhige Nacht. Familie Schneider, deren Haus nur 200 Meter entfernt liegt, berichtet: «Wir wurden von Sirenen geweckt und sahen dann diesen riesigen Feuerschein am Himmel.»
Als ich am frühen Morgen am Brandort eintraf, bot sich mir ein Bild der Verwüstung. Die einst stolze Werkstatt, bekannt für ihre Spezialisierung auf Luxusfahrzeuge, lag in Trümmern. Besonders erschütternd: Der Familienbetrieb hatte erst kürzlich sein 25-jähriges Bestehen gefeiert.
Für den Inhaber Thomas Weber bedeutet der Brand einen schweren Schlag. «Ein Leben lang habe ich für diesen Betrieb gearbeitet», sagt er mit Tränen in den Augen. Die Zukunft seiner sieben Mitarbeiter ist nun ungewiss.
Die Gemeinde Seligenstadt hat bereits Unterstützung zugesagt. Auf der morgigen Gemeinderatssitzung soll über Sofortmaßnahmen beraten werden. Der Fall zeigt einmal mehr, wie schnell existenzielle Bedrohungen entstehen können – und wie wichtig funktionierende Nachbarschaftshilfe ist.