Der Geruch von Rauch und verkohltem Holz hängt noch über dem idyllischen Waldgelände am Bogensee, rund 35 Kilometer nördlich von Berlin. In der Nacht zum Dienstag brach hier ein verheerender Brand aus, der ein historisches Gebäude auf dem ehemaligen Goebbels-Anwesen weitgehend zerstörte. Nach Angaben der Feuerwehr stand das denkmalgeschützte Haus bereits in Vollbrand, als die ersten Einsatzkräfte gegen 2:30 Uhr eintrafen.
Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. «Wir schließen Brandstiftung nicht aus», erklärte Polizeisprecher Martin Steltner. Besonders brisant: Das betroffene Gebäude gehörte einst zum Anwesen von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels, der sich hier ab 1936 eine Sommerresidenz errichten ließ. Nach Kriegsende wurde das weitläufige Gelände als FDJ-Hochschule genutzt, steht aber seit der Wende größtenteils leer.
Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. «Der fehlende Hydrant und die abgelegene Lage haben uns vor Herausforderungen gestellt», berichtet Einsatzleiter Frank Kliem. Mehr als 80 Feuerwehrleute aus umliegenden Gemeinden waren bis zum Morgen im Einsatz. Ein Feuerwehrmann erlitt leichte Verletzungen.
Für die Brandenburger Denkmalpflege ist der Brand ein herber Verlust. «Unabhängig von der belasteten Geschichte handelt es sich um ein bedeutendes Zeitzeugnis«, sagt Dr. Hannah Berger vom Landesdenkmalamt. Ich habe das Gelände vor drei Jahren besucht – damals war der Verfall schon sichtbar, aber die Bausubstanz noch intakt.
Der Bogensee und das umliegende Areal sind seit Jahren Gegenstand von Diskussionen. Was tun mit einem Ort solch problematischer Geschichte? Diese Frage stellt sich nach dem Brand nun umso dringlicher.