Die Internationale Grüne Woche öffnet heute in Berlin ihre Pforten für Besucherinnen und Besucher. Auf der weltgrößten Agrarmesse präsentieren bis zum 28. Januar rund 1.400 Aussteller aus 60 Ländern ihre Produkte. Die Veranstalter erwarten mehr als 300.000 Gäste, die Lebensmittel verkosten, Tiere beobachten und sich über aktuelle Entwicklungen in der Landwirtschaft informieren können.
Die Messe steht dieses Jahr unter dem Eindruck der anhaltenden Bauernproteste. «Wir müssen die Landwirte mit ihren Sorgen ernst nehmen und gemeinsam Lösungen finden», sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir bei der Eröffnungszeremonie. Der wirtschaftliche Druck auf viele Betriebe sei real, gleichzeitig müsse die Branche klimafreundlicher werden.
In den Messehallen am Berliner Funkturm zeigt sich die ganze Vielfalt der Ernährungsbranche. Vom bayerischen Bier über italienischen Käse bis hin zu exotischen Früchten aus Südamerika – die kulinarische Weltreise lockt traditionell viele Feinschmecker an. Besonders stark vertreten sind Aussteller mit Bio-Produkten und nachhaltigen Anbaumethoden.
Als ich gestern durch die noch fast leeren Hallen ging, fiel mir auf, wie viele junge Unternehmen innovative Lebensmittel präsentieren: Burger aus Insektenmehl, Milchersatz aus Hafer oder fleischlose Alternativen aus dem 3D-Drucker. «Die Zukunft unserer Ernährung muss nachhaltiger werden», erklärte Startup-Gründerin Maja Hoffmann aus Hamburg, während sie mir ihren essbaren Strohhalm aus Apfeltrester demonstrierte.
Die Grüne Woche bietet mehr als nur Genuss. Sie ist auch ein Ort der Debatte um die Zukunft unserer Ernährung. Wie können wir neun Milliarden Menschen ernähren, ohne den Planeten zu zerstören? Welche Rolle spielt die Digitalisierung auf dem Bauernhof? Diese Fragen begleiten die Messe – und werden bleiben, lange nachdem der letzte Stand abgebaut ist.