In Hamburg kam es in den frühen Morgenstunden zu einem Verkehrschaos auf der Köhlbrandbrücke. Mehr als 30 Fahrzeuge blieben aufgrund extremer Eisglätte hängen. Die wichtige Verbindung im Hamburger Hafen musste von 4:30 Uhr bis etwa 8:45 Uhr vollständig gesperrt werden. Nach Polizeiangaben ereigneten sich mehrere Unfälle, bei denen glücklicherweise niemand ernsthaft verletzt wurde.
«Die Situation war kaum beherrschbar», berichtet Einsatzleiter Michael Krohn vor Ort. «Wir mussten die festgefahrenen Lkw einzeln mit Spezialfahrzeugen bergen, während gleichzeitig Streufahrzeuge im Einsatz waren.» Die plötzliche Glätte kam für viele Verkehrsteilnehmer überraschend, da die Temperaturen erst in den frühen Morgenstunden unter den Gefrierpunkt sanken.
Die Sperrung hatte massive Auswirkungen auf den Berufsverkehr. Im gesamten Hafengebiet bildeten sich kilometerlange Staus. Besonders betroffen waren Pendler und Hafenarbeiter, die teilweise stundenlange Verzögerungen hinnehmen mussten.
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung in Norddeutschland habe ich selten eine so plötzliche Verkehrsblockade erlebt. Was mich beeindruckte: Viele der wartenden Fahrer organisierten sich spontan über Funk und Messenger-Dienste, um sich gegenseitig mit Heißgetränken zu versorgen.
Die Hamburger Verkehrsbehörde kündigte an, den Winterdienst in kritischen Bereichen zu verstärken. «Was heute passiert ist, darf sich nicht wiederholen», so Verkehrssenator Anjes Tjarks. Die Wetterlage bleibt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in den kommenden Tagen kritisch – Autofahrer im Hamburger Hafengebiet sollten besonders vorsichtig sein und mehr Zeit einplanen. Für manchen Hafenbetrieb könnte der heutige Tag ein Weckruf sein, Notfallpläne für ähnliche Situationen zu überdenken.