Die Hansestadt Hamburg hat drastisch den Rotstift angesetzt: Für die neun Städtepartnerschaften mit Metropolen wie Shanghai, Marseille oder St. Petersburg stehen in diesem Jahr nur noch 180.000 Euro zur Verfügung – ein Rückgang von mehr als 40 Prozent gegenüber 2022. Die Kürzungen beunruhigen viele Bürgerinnen und Bürger, die sich im Austausch engagieren. Laut einer NDR-Umfrage befürchten 68 Prozent der Befragten negative Auswirkungen auf die internationalen Beziehungen.
Als ich gestern mit Vertretern der Hamburger Partnerschaftsvereine sprach, war die Stimmung gedrückt. «Diese Kürzungen treffen uns ins Mark», sagt Lena Weißmann vom Hamburg-Osaka Freundeskreis. «Gerade jetzt, wo internationale Verständigung wichtiger denn je ist, fehlt es an finanzieller Unterstützung.»
Die Senatsverwaltung verteidigt die Maßnahmen als Teil notwendiger Haushaltskonsolidierungen. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) erklärt: «Wir müssen in allen Bereichen sparen. Die Städtepartnerschaften bleiben wichtig, aber wir können nicht mehr im bisherigen Umfang fördern.»
Besonders betroffen sind kleinere Initiativen. Der Austausch mit der russischen Partnerstadt St. Petersburg liegt seit dem Ukraine-Krieg ohnehin auf Eis – die verbliebenen Gelder werden nun auf andere Städte verteilt.
Meine langjährige Erfahrung in der Berichterstattung über Hamburgs internationale Beziehungen zeigt: Die persönlichen Begegnungen sind das Herzstück jeder Städtepartnerschaft. Wenn Schüleraustausche oder Kulturprojekte wegfallen, geht mehr verloren als nur ein Posten im Haushaltsplan.
Die Partnerschaftsvereine suchen nun verstärkt nach privaten Sponsoren und digitalen Alternativen. Ob das die persönlichen Begegnungen ersetzen kann, bleibt fraglich. Was sicher ist: In einer Zeit zunehmender internationaler Spannungen hat Hamburg ein wichtiges Zeichen gesetzt – leider kein positives.