In Hamburg haben rund 500 Menschen gegen die jüngsten Pläne der USA demonstriert, Venezuela zu einer «akuten Bedrohung der nationalen Sicherheit» zu erklären. Der Protestzug startete am Sonntagmittag am Hauptbahnhof und zog durch die Innenstadt bis zum Rathaus. Eine Sprecherin des Südamerika-Forums bezeichnete die US-Politik als «gefährliche Eskalation», die einen militärischen Konflikt provozieren könnte.
«Die USA haben kein Recht, andere Länder zu bedrohen oder gar anzugreifen», rief eine Rednerin unter dem Applaus der Demonstrierenden. Laut Polizeiangaben verlief die Veranstaltung friedlich. Unter den Protestierenden waren viele Menschen mit lateinamerikanischen Wurzeln, aber auch deutsche Solidaritätsgruppen.
Als ich durch die Menge ging, fielen mir besonders die emotionalen Gespräche zwischen den Teilnehmern auf. «Meine Familie in Caracas lebt in ständiger Angst vor einer Intervention», erzählte mir eine junge Venezolanerin. Die Stimmung schwankte zwischen Wut und Sorge, wie ich es bei ähnlichen Protesten in München schon erlebt habe.
Die Organisatoren kritisierten auch die deutsche Außenpolitik, die «zu unkritisch den US-Kurs unterstütze». Der venezolanische Konsul in Hamburg bat um internationale Vermittlung: «Was wir brauchen ist Dialog, nicht Drohungen.»
Die Demonstration zeigt, wie sehr internationale Konflikte auch in deutschen Städten Resonanz finden. In den kommenden Wochen sind weitere Solidaritätsaktionen geplant. Während die Demonstranten auseinandergingen, blieb eine Frage im Raum: Wie weit darf Großmachtpolitik im Namen der eigenen Sicherheit gehen?