In Hamburg ziehen die Temperaturen am kommenden Wochenende drastisch an – allerdings nach unten. Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für die Hansestadt Dauerfrost und Schneefall ab Samstagabend. Die Stadtreinigung bereitet bereits ihre Streufahrzeuge vor, um die wichtigsten Verkehrswege befahrbar zu halten.
Besonders bedenklich ist die Lage für die rund 2.000 Menschen, die in Hamburg auf der Straße leben. «Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wird es lebensgefährlich», erklärt Stefan Karrenbauer von der Obdachlosenhilfe Hinz&Kunzt. Die Stadt hat daher angekündigt, das Winternotprogramm auszuweiten. Ab Freitag sollen die Notunterkünfte ganztägig geöffnet bleiben, nicht nur nachts.
Ich habe heute Morgen mit einigen Obdachlosen am Hauptbahnhof gesprochen. Viele wissen gar nicht, dass eine Kältewelle bevorsteht. Die Information erreicht längst nicht alle Betroffenen.
Auch der Hamburger Hafen bereitet sich auf mögliche Eisbildung vor. Die Hafenbehörde hält bereits zwei Eisbrecher in Bereitschaft. Der letzte vergleichbare Kälteeinbruch liegt schon einige Jahre zurück – 2018 mussten zuletzt Teile der Elbe vom Eis befreit werden.
Während Kinder und Schlittschuhläufer sich auf winterliche Bedingungen freuen mögen, bedeutet der Kälteeinbruch für viele andere vor allem Stress und Gefahr. Werden wir als Stadtgesellschaft genug tun, um die Schwächsten zu schützen?