Die Hamburger Straßen präsentieren sich heute als winterliches Glatteis-Labyrinth. Seit den frühen Morgenstunden kämpfen Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger mit einer heimtückischen Eisschicht, die zahlreiche Unfälle verursacht hat. Besonders betroffen: der öffentliche Nahverkehr. Die Hochbahn musste bereits mehrere Buslinien im Stadtgebiet einstellen, weil die Fahrzeuge auf den spiegelglatten Straßen nicht mehr sicher vorankommen.
Der Winterdienst ist seit 3 Uhr morgens mit allen verfügbaren Fahrzeugen im Einsatz. «Wir arbeiten auf Hochtouren, aber die Kombination aus Schnee und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt stellt uns vor besondere Herausforderungen», erklärt Thomas Lembcke, Leiter der Stadtreinigung Hamburg. Trotz des massiven Einsatzes von Streusalz bleibt die Lage angespannt – vor allem auf Nebenstraßen und Gehwegen.
An der Kreuzung Langenhorner Chaussee/Foorthkamp ereignete sich gegen 7:30 Uhr ein Auffahrunfall mit drei beteiligten Fahrzeugen. Zwei Personen wurden leicht verletzt. «Die Straße war wie ein Spiegel, ich konnte einfach nicht mehr bremsen», berichtete ein betroffener Fahrer.
Die Polizei Hamburg verzeichnete bis zum Mittag bereits über 40 witterungsbedingte Unfälle. «Zum Glück blieb es meist bei Blechschäden», so Polizeisprecher Jan Schmidt. Er appelliert an alle Verkehrsteilnehmer: «Fahren Sie besonders vorsichtig oder verzichten Sie nach Möglichkeit ganz auf Fahrten.»
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich selten erlebt, dass die Hamburger so einhellig über das Wetter klagen. Vor dem Café Elbgold in Winterhude beobachte ich, wie selbst routinierte Winterradler heute lieber schieben als fahren. «Das ist kein normales Glatteis, das ist eine Todesfalle», sagt Anwohnerin Silke Meier kopfschüttelnd.
Der Deutsche Wetterdienst kündigt für die kommenden Stunden weitere Schneefälle an, bevor es am Nachmittag etwas milder werden soll. Bis dahin bleibt für Hamburg nur: Vorsicht auf allen Wegen. Wer nicht raus muss, sollte heute besser zu Hause bleiben – ein Rat, den viele Hamburger bereits beherzigen. Die leeren Straßen sprechen Bände.