Digitales Weihnachten für Handball-Fans: THW Kiel und Flensburg streamen in die Wohnzimmer
Der Weihnachtsspieltag der Handball-Bundesliga bringt dieses Jahr nicht nur packende Duelle auf die Platte, sondern auch digitale Innovation ins Wohnzimmer. Während die Familien noch Plätzchen knabbern, zeigen die norddeutschen Spitzenklubs THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt, dass Tradition und Technologie sich perfekt ergänzen können. Die neuesten Streamingzahlen sprechen eine deutliche Sprache: 34 Prozent mehr digitale Zuschauer als im Vorjahr verfolgen die Handball-Bundesliga online.
Besonders der THW Kiel hat seine digitale Präsenz massiv ausgebaut. «Wir sehen im hybriden Zuschauererlebnis die Zukunft», erklärt Kiels Digitalchef Martin Weber. «Unser neues Augmented-Reality-Feature in der Club-App zeigt Spielerstatistiken in Echtzeit, wenn man das Smartphone auf das TV-Bild richtet.» Die Zebras treffen am zweiten Weihnachtstag auf die Rhein-Neckar Löwen und testen dabei auch ihr KI-gestütztes Taktikanalyse-Tool, das Spielzüge vorhersagen kann. Flensburg setzt dagegen auf Virtual-Reality-Elemente: Mit speziellen Brillen können Fans virtuell auf der Bank sitzen – eine Technologie, die bisher nur in der NBA zum Einsatz kam.
Der Traditionssport Handball erfindet sich digital neu, ohne seine Seele zu verlieren. Vorbei sind die Zeiten, als der Weihnachtsspieltag nur für die Arena-Besucher ein Erlebnis war. Die Vereine haben verstanden, dass die Generation Z andere Zugänge zum Sport braucht. Ob diese digitale Transformation den Handball langfristig für ein jüngeres Publikum attraktiver macht? Die ersten Zahlen stimmen optimistisch – und zeigen, dass selbst zu Weihnachten die digitale Evolution nicht pausiert.