Die alte Bekannte mit der neuen Masche: In Köln-Ehrenfeld hat die Polizei eine Bande von falschen Handwerkern festgenommen. Vier Männer hatten gezielt Seniorinnen und Senioren aufgesucht und angebliche Notfallreparaturen an Dächern und Regenrinnen angeboten. Eine 87-jährige Rentnerin verlor dabei über 3.000 Euro für «dringende» Arbeiten, die nie erledigt wurden.
Die Betrugsmasche ist raffiniert und nutzt typische Schwachstellen: Die Täter klingeln unangemeldet, geben sich als Dachdecker aus und behaupten, vom Nachbarhaus aus gefährliche Schäden entdeckt zu haben. «Die Betrüger arbeiten mit Zeitdruck und Angst», erklärt Kriminalhauptkommissar Bernd Fleischer von der Kölner Polizei. «Sie suggerieren eine akute Gefahr, die sofortiges Handeln erfordert.»
Was diese Fälle besonders macht: Die Täter treten nicht nur überzeugend auf – mit Firmenwagen, Arbeitskleidung und professionell wirkenden Visitenkarten – sondern beginnen tatsächlich mit kleineren Arbeiten. «Das schafft Vertrauen», so Fleischer. Anschließend werden angeblich weitere Schäden entdeckt, für deren Reparatur sofort Bargeld verlangt wird.
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich immer wieder ähnliche Fälle erlebt. Auffällig ist, wie gezielt die Täter vorgehen: Sie wählen Stadtteile mit hohem Seniorenanteil und sprechen bevorzugt alleinlebende ältere Menschen an. Die Polizei Köln registrierte allein im letzten Quartal 27 ähnliche Fälle.
Die Festnahmen gelangen durch einen aufmerksamen Nachbarn, der die Polizei alarmierte. Eine wichtige Botschaft der Beamten: «Holen Sie bei unangekündigten Handwerkern immer eine zweite Person hinzu und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.» Mehr Informationen zum Schutz vor Betrügern gibt es bei der Verbraucherzentrale NRW.
Die Fälle zeigen: Nicht nur digitale Betrügereien nehmen zu – auch die klassischen Haustürgeschäfte erleben ein Comeback. Was bleibt, ist die bange Frage: Wie schützen wir unsere älteren Mitbürger vor Kriminellen, die ihre Hilfsbereitschaft und ihr Vertrauen missbrauchen?