Die Kogge nimmt weiter Kurs auf die 2. Bundesliga. Mit einem überzeugenden 3:1 gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart festigte Hansa Rostock am Wochenende seinen Platz in der Spitzengruppe der 3. Liga. Der fünfte Sieg in Folge lässt die Fans an der Ostseeküste wieder von der Rückkehr in den Profifußball träumen – und das völlig zurecht.
Was für eine Entwicklung bei den Rostockern! Nach einem durchwachsenen Saisonstart hat Trainer Alois Schwartz die Mannschaft stabilisiert und zu einer echten Einheit geformt. «Wir haben inzwischen eine klare Spielidee und die nötige Mentalität entwickelt, um auch schwierige Spiele zu gewinnen», erklärt Kapitän Markus Kolke nach dem Spiel. Die Zahlen geben ihm Recht: Rostock stellt mittlerweile die drittbeste Defensive der Liga und hat in den letzten fünf Partien beeindruckende 13 Tore erzielt.
Besonders Kai Pröger und Juan José Perea entwickeln sich zu echten Leistungsträgern. Pröger, mit seinem siebten Saisontreffer gegen Stuttgart, ist nicht nur torgefährlich, sondern bereitet auch regelmäßig Treffer vor. «Die Automatismen greifen immer besser», bemerkte Sportdirektor Kristian Walter am Rande des Spiels. «Aber wir bleiben bodenständig – in dieser ausgeglichenen Liga kann jeder jeden schlagen.»
Die Rostocker Fans träumen jedenfalls wieder vom Aufstieg. Bei frostigen Temperaturen sorgten über 21.000 Zuschauer im Ostseestadion für Heimspielatmosphäre wie zu besten Bundesligazeiten. Der Verein profitiert vom aktuellen Höhenflug auch abseits des Platzes: Die Merchandising-Verkäufe sind um 30 Prozent gestiegen, wie der Klub kürzlich vermeldete.
Bleibt die Frage: Kann Hansa den Schwung mitnehmen? Am kommenden Wochenende wartet mit dem Auswärtsspiel beim SV Sandhausen der nächste direkte Konkurrent. Dieses Duell könnte bereits eine Vorentscheidung im Aufstiegsrennen bedeuten. Die Hanseaten jedenfalls haben nach Jahren der Tristesse endlich wieder etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt.