Der Prachtbau steht seit Jahren leer. Das ehemalige Finanzamt an der Prinz-Friedrich-Karl-Straße in Dortmund ist ein historisches Gebäude mit komplizierter Geschichte – und ungewisser Zukunft. Fünf Jahre nach dem Auszug der letzten Mitarbeiter wartet das Gebäude weiter auf seine Sanierung. Laut Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) sind die Planungen dafür noch in der Anfangsphase.
«Wir haben das Gebäude erstmal gesichert und winterfest gemacht», erklärt BLB-Sprecher Tim Irion auf Nachfrage. Der 1928 fertiggestellte Bau im neoklassizistischen Stil trägt deutliche Spuren seiner Entstehungszeit. An der Fassade sind noch Hakenkreuze und ein Reichsadler zu erkennen – teils nur für Kenner sichtbar, da sie nach Kriegsende teilweise entfernt wurden.
Vor Ort fällt mir auf, wie viele Dortmunder das Gebäude kaum wahrnehmen, obwohl es in prominenter Lage steht. «Das ist halt das alte Finanzamt», sagt eine Passantin achselzuckend, als ich sie anspreche. Dabei ist das Gebäude ein bedeutendes Zeitdokument Dortmunder Geschichte.
Die Sanierung stellt den BLB vor Herausforderungen: Einerseits steht das Gebäude unter Denkmalschutz, andererseits müssen NS-Symbole nach dem Verbundsgesetz entfernt oder unkenntlich gemacht werden. «Wir werden mit Historikern und Denkmalschützern eine angemessene Lösung finden», versichert Irion.
Noch ist unklar, wann die Arbeiten beginnen und welche Nutzung das Gebäude künftig haben wird. Laut BLB sind verschiedene Varianten in Prüfung. Ein konkreter Zeitplan existiert nicht.
Was bleibt, ist ein Stück Geschichte mitten in Dortmund, das auf seine Zukunft wartet – zwischen Vergessen und Erinnern, zwischen Bewahren und Erneuern.