Gestern Abend kamen Betroffene und Nachbarn an der Einbecker Straße in Berlin-Friedrichsfelde zusammen. Noch immer sind die Spuren des verheerenden Hochhausbrandes vom vergangenen Freitag deutlich sichtbar. Ein 83-jähriger Mann starb in den Flammen, seine gleichaltrige Ehefrau wurde schwer verletzt. Insgesamt mussten 15 Menschen aus dem brennenden Gebäude gerettet werden. Nach Auskunft der Wohnungsbaugesellschaft Howoge sind weiterhin vier Wohnungen unbewohnbar.
Die Bewohner des 11. Stocks, wo das Feuer ausbrach, leben seit dem Unglück bei Angehörigen. «Wir können noch nicht genau sagen, wann die Wohnungen wieder nutzbar sein werden», erklärt Howoge-Sprecherin Katja Matschinske. Der Brandort sei versiegelt, die Kriminalpolizei ermittelt zur Ursache.
Die Erinnerung sitzt tief bei den Anwohnern. «Ich habe die Sirenen gehört und dann die Flammen gesehen», erzählt Nachbarin Heike Schulz (59). «Man fühlt sich plötzlich nicht mehr sicher in den eigenen vier Wänden.» Die Feuerwehr war mit 80 Einsatzkräften vor Ort, konnte aber für den älteren Herrn keine Hilfe mehr leisten.
Während meiner Recherche begegnete ich mehreren Mietern, die über mangelnde Informationen klagten. «Nach dem ersten Schock blieben viele Fragen offen», berichtet eine Bewohnerin aus dem 9. Stock. «Niemand hat uns gesagt, ob unser Trinkwasser noch in Ordnung ist oder wie es mit der Statik des Gebäudes aussieht.»
Das Unglück wirft ein Schlaglicht auf die Brandschutzmaßnahmen in Berliner Hochhäusern. Die Howoge betont, dass alle Sicherheitsvorkehrungen regelmäßig geprüft würden. Doch für die Betroffenen ist das nur ein schwacher Trost. Sie stehen vor der Aufgabe, das Erlebte zu verarbeiten und gleichzeitig ihr Zuhause neu zu ordnen. Die Frage, die am Ende bleibt: Wie können wir unsere Wohnhäuser noch sicherer machen?