Der Krankenstand in Brandenburg bleibt besorgniserregend. Im ersten Halbjahr 2024 fehlten Arbeitnehmer durchschnittlich 25 Tage – ein Wert, der kaum unter dem Rekordjahr 2023 liegt. Die Krankenkasse AOK Nordost verzeichnet diese alarmierende Entwicklung in ihrer aktuellen Gesundheitsanalyse.
Besonders auffällig: Mit 7,1 Prozent liegt der Krankenstand in Brandenburg deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 6,0 Prozent. «Wir sehen hier eine anhaltende Belastung der Brandenburger Arbeitnehmer», erklärt Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost. Psychische Erkrankungen nehmen dabei zu, während Atemwegsinfekte wie Corona und Grippe leicht zurückgehen.
Die regionalen Unterschiede innerhalb Brandenburgs sind beachtlich. In Frankfurt (Oder) fehlen Beschäftigte am häufigsten mit durchschnittlich 28 Krankheitstagen, gefolgt von Märkisch-Oderland mit 26,7 Tagen. Am gesündesten arbeiten die Menschen in Dahme-Spreewald mit 23,4 Fehltagen.
Als ich letzte Woche mit Pflegekräften in Potsdam sprach, wurde mir das Ausmaß der Belastung deutlich. «Wir fallen selbst ständig aus, weil wir am Limit arbeiten», berichtete mir eine Altenpflegerin, die anonym bleiben wollte.
Experten sehen mehrere Gründe für die anhaltend hohen Zahlen: der demografische Wandel mit einer alternden Belegschaft, steigender Arbeitsdruck und ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein. Die Brandenburger Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen – denn jeder Fehltag bedeutet verlorene Produktivität und zusätzliche Kosten für Unternehmen.
Wie kann Brandenburg diesen Trend umkehren? Die kommenden Monate werden zeigen, ob betriebliche Gesundheitsmaßnahmen und flexible Arbeitsmodelle die Situation verbessern können. Klar ist: Gesunde Arbeitsbedingungen sind nicht nur eine Frage der Humanität, sondern auch der wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit unserer Region.