Die Bilder, die ich in der letzten Woche von Lebensmittelkontrollen in Düsseldorf zu sehen bekam, lassen mir als erfahrene Reporterin immer noch einen Schauer über den Rücken laufen. In einer beliebten Bäckerei im Stadtzentrum entdeckten Kontrolleure lebende Schaben zwischen Backwaren und Küchengeräten. Zeitgleich wurden in einem nahegelegenen Supermarkt Mäusekot zwischen Lebensmitteln gefunden. Diese Ekelfunde sind Teil einer Kontrollreihe, die aktuell für Aufsehen sorgt.
Die Zahlen der Düsseldorfer Lebensmittelüberwachung sind alarmierend: Bei knapp 1.900 Kontrollen im vergangenen Jahr wurden über 500 schwerwiegende Hygienemängel festgestellt. «Wir sehen eine zunehmende Nachlässigkeit bei grundlegenden Hygienestandards», erklärt Petra Müller vom städtischen Gesundheitsamt. Die betroffene Bäckerei musste sofort schließen, der Supermarkt nach einer Grundreinigung teilweise den Betrieb einstellen.
Was mich besonders betroffen macht: Es handelt sich nicht um Einzelfälle. Als ich vor drei Jahren schon einmal über ähnliche Vorfälle berichtete, versprachen Politik und Verbände strengere Kontrollen. Passiert ist offenbar zu wenig.
Ein Experte für Lebensmittelsicherheit von der Hochschule Düsseldorf bestätigt mir im Gespräch: «Die Kontrollintervalle sind zu lang, viele Betriebe werden nur alle paar Jahre überprüft.»
Diese Zustände gefährden nicht nur die Gesundheit der Menschen in Düsseldorf, sondern untergraben auch das Vertrauen in die lokale Lebensmittelbranche. Die Stadt hat nun wöchentliche Nachkontrollen und höhere Bußgelder angekündigt. Doch reicht das? Vielleicht sollten wir Verbraucher anfangen, mutiger nachzufragen, wo unsere Brötchen und Lebensmittel unter welchen Bedingungen hergestellt werden.