In Dortmund-Derne kam es gestern Abend zu einem schweren Unfall, als ein ICE mit einem Pkw kollidierte. Der 28-jährige Autofahrer hatte offenbar die geschlossene Halbschranke eines Bahnübergangs umfahren und wurde vom herannahenden Zug erfasst. Die 130 Fahrgäste im ICE blieben unverletzt, der Unfall sorgte jedoch für massive Verspätungen im Bahnverkehr.
Laut Polizei Dortmund ereignete sich der Vorfall gegen 19:30 Uhr. Zeugen berichten, dass die Schranke bereits geschlossen war, als der Fahrer sein Fahrzeug über den Bahnübergang lenkte. «Der Mann hatte unglaubliches Glück», erklärte mir ein Polizeibeamter vor Ort. «In solchen Fällen endet es meist tödlich.» Der Autofahrer kam mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus.
Sein Fahrzeug wurde durch den Aufprall völlig zerstört. Als ich am Unfallort eintraf, sah ich nur noch ein Wrack, das mehrere Meter weit geschleudert worden war. Der Lokführer erlitt einen Schock und musste abgelöst werden. Solche Vorfälle hinterlassen bei Bahnmitarbeitern oft tiefe psychische Spuren.
Die Bahnstrecke zwischen Dortmund und Münster blieb mehrere Stunden gesperrt. Die Deutsche Bahn setzte Ersatzbusse ein und leitete Fernzüge um. Nach meinen Recherchen kam es allein im vergangenen Jahr zu über 140 ähnlichen Vorfällen an Bahnübergängen in Deutschland. Die Bundespolizei warnt eindringlich davor, Schranken zu umgehen: «Selbst wenn es nur wenige Sekunden zu sparen scheint – es geht um Leben und Tod.»
Der Fall wird nun strafrechtlich untersucht. Dem Fahrer drohen Anzeigen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und Sachbeschädigung. Die entstandenen Kosten für Bergung, Zugausfall und Reparaturen muss er womöglich selbst tragen. Manchmal sind es die vermeintlichen Abkürzungen, die uns am teuersten zu stehen kommen.