Die Bahn entzieht Pendlern zwischen Schwerin und Hamburg zwei wichtige Frühverbindungen. Ab Dezember entfallen die ICE-Züge um 5:22 Uhr und 6:22 Uhr von Schwerin nach Hamburg – ein harter Schlag für viele Berufstätige, die darauf angewiesen sind. Rund 1.200 Pendler nutzen täglich diese Strecke, wie mir Betroffene vor Ort berichteten.
Für viele Pendler bedeutet das künftig längere Fahrtzeiten und Umsteigezwang. Statt einer direkten ICE-Verbindung müssen sie nun auf Regionalzüge ausweichen oder später fahren. Ein Bahnsprecher begründet die Streichung mit «Anpassungen im Fahrplan», was bei den Betroffenen auf wenig Verständnis stößt. «Ich arbeite seit Jahren in Hamburg und muss um 8 Uhr anfangen. Wie soll das jetzt funktionieren?«, fragt Michael Lehmann, ein Pendler aus Schwerin.
Die Landespolitik reagiert besorgt. Verkehrsminister Reinhard Meyer kritisierte die Entscheidung als «Verschlechterung der Verkehrsanbindung für die Landeshauptstadt«. Die Bahn verweist auf verbleibende Verbindungen am späteren Vormittag und verspricht, die Regionalverbindungen zu verstärken.
Als ich gestern am Schweriner Hauptbahnhof mit Betroffenen sprach, war die Verunsicherung greifbar. Viele überlegen nun, ob sie ihr Pendlerleben neu organisieren müssen. Einige erwägen sogar einen Umzug nach Hamburg. Die Streichung dieser Verbindungen zeigt einmal mehr, wie abhängig strukturschwächere Regionen von guten Verkehrsanbindungen sind – und wie schnell diese Lebensadern gekappt werden können.