Die Berliner Polizei hat in den vergangenen Tagen einen beeindruckenden Fund gemacht: Bei einer Großkontrolle wurden mehr als 330 Kilogramm illegales Feuerwerk beschlagnahmt. Das entspricht etwa dem Gewicht eines ausgewachsenen Löwen. Die Beamten entdeckten die gefährliche Fracht bei mehreren Kontrollen im Stadtgebiet, wie ein Polizeisprecher bestätigte.
Hinter der Aktion steckt das jährliche Vorgehen gegen illegale Böller vor dem Jahreswechsel. «Wir sehen immer wieder schwere Verletzungen durch nicht zugelassene Feuerwerkskörper», erklärt Kriminalhauptkommissar Jens Berger. «Abgerissene Finger, Verbrennungen oder Augenverletzungen – das sind keine Seltenheiten.»
Die beschlagnahmten Böller und Raketen stammen überwiegend aus Polen und Tschechien, wo teilweise andere Sicherheitsstandards gelten. Viele der sichergestellten Feuerwerkskörper tragen keine CE-Kennzeichnung oder Prüfnummer der Bundesanstalt für Materialforschung.
In einem Fall entdeckten die Beamten in einem Kellerabteil in Neukölln über 100 Kilogramm hochexplosives Material – direkt unter einem Wohnhaus. In meinen fast 20 Jahren als Reporterin habe ich mehrfach die Folgen solcher Lagerung gesehen: zerstörte Wohnungen, verletzte Menschen, traumatisierte Nachbarn.
Besonders problematisch: Die beschlagnahmten Mengen wachsen jedes Jahr. Die Berliner Polizei rechnet bis zum Jahresende mit weiteren Funden. Gegen mehrere Verdächtige wurden bereits Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet.
Was viele nicht wissen: Schon der Transport solcher Mengen ohne entsprechende Genehmigung ist strafbar und kann mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet werden. Und das sollte uns allen zu denken geben – ist ein kurzer Silvesterknall wirklich dieses Risiko wert?